Die Einzelausstellung des in Genf lebenden Künstlers Hunter Longe versammelt skulpturale Arbeiten und ortsspezifische Installationen, die sich mit der Wahrnehmung und Verdichtung unterschiedlicher Zeitskalen sowie mit dem Motiv von Opfergaben befassen – als für die Vergangenheit oder die Toten bestimmte Gaben oder als solche, die aus ihnen hervorgegangen sind. Mehrere der Arbeiten beinhalten Steinfragmente aus dem prähistorischen Brandopferplatz Goldbichl in Österreich, wo jahrhundertelange rituelle Verbrennungen dazu führten, dass tierische Überreste mit dem Gestein verschmolzen und neue mineralische Formationen entstanden. Neben diesen eigentümlich aufgeladenen Steinen steht eine Reihe stark erodierter Gipsskulpturen, die der Künstler als „sich auflösende Relikte eines verdunsteten Meeres“ beschreibt. Sorgfältig moduliertes Licht und wellenförmiger Klang umhüllen diese Werkgruppen und erzeugen eine Atmosphäre, die den Eindruck einer scheinbaren Zeitverzerrung vermittelt.
Zur Ausstellung erscheint ein Text der Künstlerin, Übersetzerin und Autorin Luzie Meyer; die Eröffnung wird von einer Performance des ebenfalls in Genf lebenden Künstlers Basile Dinbergs begleitet. Sowohl im Text als auch in der Performance fungieren die Objekte der Ausstellung als Hinweise und Indizes, die auf alternative Erzählungen verweisen und die Konsensrealität infrage stellen.
Hunter Longe stammt ursprünglich aus Kalifornien (*1985). Jüngste Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem bei: Salts, Basel (2025); MACRO Museum of Contemporary Art of Rome (2025); Lateral, Rom (2025); Centre d’art de Neuchâtel (2024); Soft Opening, London (2024); 427, Riga (2024); Kunsthaus Langenthal (2023); Last Tango, Zürich (2023); Centre d’Art Contemporain Genève (2021); Et al. Gallery, San Francisco (2018); LambdaLambdaLambda, Pristina (2017); Hordaland Kunstsenter, Bergen (2017).
Hunter Longe
Luzie Meyer
Basile Dinbergs
